voyom
Sprich: Woojomm

Die Stimme im Körper - ein Übungsterrain und mehr

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Das Konzept des voyom
Möglichkeiten des voyom
Einstieg mit voyomis

Grundlagen des voyom
- Schallfeld und Schallwahrnehmung im Körper
- Die mentale Ausrichtung ist "wirkungsvoll"
- Navigation
Modalitäten des Aufmerksamkeitsfeldes
Natürliches voyom
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Diese Website wird nach ihrem Start zu Ostern 2014 kontinuierlich weiter ausgebaut. Sie finden hier eine Einführung in das Konzept und die Grundlagen des voyom und einige Übungen. Es ist geplant, die Seite so weit zu ergänzen, dass man sich damit grundlegende Fähigkeiten des voyom zulegen kann und damit selbständig eigene Wege gehen kann. Wer sich nicht für Hintergründe und Systematisierung interessiert, kann leicht anhand einfacher Übungen, voyomi genannt, einen Einstieg in das voyom finden und seine "Stimme im Körper" nutzen .

Die Texte sind von Heinz Stolze geschrieben, sofern nicht anders angegeben. Nach sporadischen Erfahrungen mit der Auswirkung "der Stimme im Körper" auf die Befindlichkeit und auf den Klang der äußeren Stimme seit den 80-er Jahren entwickelte er ab 2006 einen systematischen Zugang und führte 2014 die Bezeichnungen voyom, voyomi, vocinoa etc. ein.

Das Konzept des voyom

Der Ausgangspunkt des voyom ist folgender: Wenn wir sprechen oder singen, erzeugen wir Schall, der nicht nur nach außen abgestrahlt wird, sondern auch unseren ganzen Körper durchdringt. Normalerweise merken wir das nicht. Wenn wir darauf achten, ist es aber leicht, auch diesen Schall wahrzunehmen. Das voyom ist nun eine Methode, damit gezielt umzugehen.
Rein physikalisch wird der gesamte Körper vom Schall der Stimme in Schwingung versetzt. Unsere Wahrnehmung dieses Schalles geschieht eher in einzelnen Regionen, die besonders stark schwingen, wie etwa der Kehlkopf, oder in Regionen, auf die wir gezielt unsere Aufmerksamkeit richten. Dieses gezielte Ausrichten der Aufmerksamkeit läßt sich lernen. In Verbindung mit dem Wissen, welche Töne und Laute an welchen Stellen im Körper besonders kräftige Schwingungen hervorrufen, kann man zusammen mit der Stimme im Körper navigieren und reisen. So kann man den Körper neu erfahren, Regionen des Körpers zu Reaktionen anregen, verschiedene Regionen in Beziehung zueinander setzen, den Körper in tonale Zusammenhänge einbeziehen, seine Stimme besser kennen lernen und sie weiter entwickeln, inneren Klangkontakt zu anderen Menschen herstellen und vieles mehr.

Wer des Öfteren voyom betreibt, wird sein Körpergefühl wesentlich verbessern und sich in seinem Körper wohler fühlen.

Grundlegende Begriffe des voyoms werden in einem Glossar erläutert. Neben der Funktion zum Nachschlagen ist es auch geeignet, einen Einblick in die Methode zu geben.

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Möglichkeiten des voyom

Das voyom ist ein weites Feld. Man kann es einfach so betreiben, weil man Freude daran hat, seinen Körper besser kennenzulernen oder seine Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erweitern. Man kann damit auch Einfluß auf Regionen des Körpers nehmen, wie Entspannung auslösen oder Schmerzen lindern oder die Körperhaltung verbessern. Ein einfaches Beispiel ist folgendes: bei Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule summt man einen angenehm singbaren, tiefen Ton und lenkt diesen auf das schmerzende Gebiet. Man wiederholt das mehrmals und ändert dabei intuitiv die Tonhöhe, oder summt eine kleine Melodie um diesen Ton herum. Die Schmerzen lassen dann meist nach, und der Rücken wird beweglicher.

Auch für das Sprechen und Singen ist es hilfreich, die Stimme im Körper zu fühlen und mithilfe dieser Wahrnehmung die Stimme zu trainieren. Es ist bekannt, dass Opernsänger bei lautem Orchesterklang oft ihre eigene Stimme nicht mehr hören können, durch die körperliche Wahrnehmung ihrer Stimme aber dennoch die richtigen Töne treffen.

Über das Körperliche hinaus wirkt das voyom auch auf das geistige Befinden. Man kann damit seine Stimmung verbessern, sich für eine Aufgabe aktivieren oder es auch meditativ einsetzen.

Zu zweit oder in einer Gruppe bieten sich vielfältige Möglichkeiten gemeinsamen Erlebens und gegenseitiger Unterstützung. Anleitungen dazu werden z.B. in den Beschreibungen zu voyomi_8 , voyomi_9 und voyomi_5 gegeben. Das voyom läßt sich auch bestens mit dem Klangkontakttraining verbinden.

Mit speziellen Übungsinstrumenten kann das Lernen des voyom unterstützt werden. Zudem gibt es Übungen, die diese Instrumente obligat nutzen.

Die Vielfalt der Möglichkeiten, die das voyom bietet, lassen sich am besten einschätzen, indem man es selbst praktiziert und für sich den geeigneten Umgang damit entwickelt. Die auf dieser Website im Laufe der Zeit bereitgestellten Informationen kann jeder sozusagen als Landkarten und Werkzeuge benutzen, um damit wie ein Pionier den weiten Bereich des voyom für sich zu erkunden.

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Einstieg mit voyomis

Ein voyomi ist eine kleine voyom-Übung, die so beschrieben wird, dass man sie ohne besondere Kenntnisse ausführen kann. Einige erfordern allerdings auch ein wenig Übungsaufwand, mitunter bauen einzelne voyomis auf anderen auf. Alle voyomis können auch zu zweit oder in kleinen Gruppen ausgeführt werden. Man kann dabei ein voyomi einfach parallel durchführen, wird aber leicht Möglichkeiten finden, durch Variationen sozusagen zweistimmig oder mehrstimmig zu üben. Als Anregung dazu werden auch einige voyomis zu zweit vorgestellt.

voyomis eignen sich auch bestens als kleine Auffrischung für Körper und Geist zwischendurch bei der Arbeit oder zu Hause.

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Grundlagen des voyom
- Schallfeld und Schallwahrnehmung im Körper

Die theoretische Grundlage des voyom geht von westlich-wissenschaftlichem Denken und rationalem Erfahren aus. In der Praxis steht die Achtsamkeit für das Zusammenspiel von Körper und Klang im Mittelpunkt. Folgender Ansatz kann als Kerngedanke des voyoms verstanden werden:
- Wenn wir einen klingenden Laut*, also beispielsweise einen Vokal, sprechen oder singen, entsteht im Körper ein Schwingungsfeld**. Dies wird als Schallfeld der Stimme im Körper bezeichnet.
- Dazu kommt unser Aufmerksamkeitsfeld**. Wir können unsere Aufmerksamkeit auf eine Körperregion oder auch auf mehrere richten und dadurch dort das Schwingungsfeld wahrnehmen.
- So entsteht unser Wahrnehmungsfeld**, wir nehmen den Stimmschall in den Regionen des Körpers wahr, wo Schwingungsfeld und Aufmerksamkeitsfeld stark genug sind.


* Unter einem klingenden Laut ist ein Laut zu verstehen, bei dem die Stimmlippen schwingen. Klingende Laute sind alle Vokale und Umlaute und weitere "Klinger" wie M, N, und auch die stimmhaften Ausführungen von Konsonanten wie beispielsweise s, l, w.

** Unter einem Feld versteht man folgendes: Jedem Ort in einem Gebiet wird ein Wert einer physikalischen Größe zugeordnet. Beispiele: Beim Gravitationsfeld der Erde ist diese Größe die Anziehungskraft, die an der jeweiligen Stelle herrscht, beim Magnetfeld die magnetische Feldstärke, bei einem Schallfeld in Luft der Schalldruck Bei den genannten Beispielen besteht dieser Wert nicht nur aus einer Zahl sondern auch einer Richtung (Vektor). Das Schwingungsfeld (Schallfeld) im Körper ist wesentlich komplexer als in Luft (longitudinale Welle), hierbei treten mehrere Schwingungsrichtungen auf. Dies soll nicht näher ausgeführt werden, es ist aber schon wichtig zu wissen, dass dieses Feld sehr komplex ist, zumal auch die akustischen Eigenschaften des Körpers sehr inhomogen (ungleichmäßig verteilt) sind. Dieses Konzept eines physikalischen Feldes übertragen wir auch auf unsere Wahrnehmung, indem wir von Wahrnehmungsfeld oder Klangfeld sprechen.

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Grundlagen des voyom
- Die mentale Ausrichtung ist "wirkungsvoll"
Zunächst ging es beim voyom darum, die Schwingungen im Körper zu spüren. Die ausgerichtete Aufmerksamkeit wurde auch als "Scheinwerfer" bezeichnet. Dies ist ein gutes Bild dafür, dass nur dort, wo die Aufmerksamkeit groß genug ist, der Körperschall "gesehen" wird. Bald zeigte sich, dass gerade diese mentale Arbeit des Ausrichtens per se wirkungsvoll ist. Natürlich kann auch die reine Schallschwingung an Stellen des Körpers etwas bewirken, aber erst in Verbindung mit der Aufmerksamkeit kommen komplexere Prozesse in Gang.

Grundlagen des voyom
- Navigation

Wie kommt man nun an bestimmte Stellen des Körpers? Zum Einen durch ein geeignetes Schallfeld. Bestimmte Laute und Töne führen an bestimmten Körperstellen zu starken Schwingungen. Beispielsweise das I (wie in "sie") auf der Schädeldecke, das O (wie in "Bonn") auf dem Brustbein. Hohe Töne bringen eher Regionen im Kopf zum schwingen, tiefe solche im Brustbereich. Zur Navigation im Körper wurden im Rahmen des voyom Regeln und Übungen entwickelt.
Eine besondere Rolle spielen "Tonwege" auf festgelegten Segmenten des Körpers. Dabei werden einzelnen Segmenten, etwa Kopf, Brust, Becken bestimmte Tonstufen einer Tonleiter zugeordnet. Dadurch ist es leicht möglich, die Aufmerksamkeit gezielt auszurichten und "Melodien auf Körperwegen zu gehen".

Dazu kommen weitere Möglichkeiten mit dem Einsatz der Hände, mit verschiedenen Haltungen (Muskelspannung), berührten Flächen (Sitzflächen) etc. .
Auch Instrumente, wie große Stimmgabeln können gut benutzt werden, um die Aufmerksamkeit zu leiten.

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Modalitäten des Aufmerksamkeitsfeldes

Das Aufmerksamkeitsfeld kann nicht nur durch die Ausrichtung auf eine einzelne Körperregion gestaltet werden. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, den Klang in verschiedenen Körperregionen zusammen zu erleben und zu differenzieren. Das sind beispielsweise Integration und Separation, Overlay, Korrespondenzen. Beim Einsetzen von Tonstufen zur Lenkung der Aufmerksamkeit kann auch herangezoomt und weggezoomt werden. Diese Methoden werden (im Laufe der Zeit) auf der Seite voyom näher erklärt und in Übungen vorgestellt.

Natürliches voyom
- Gähnen
- Schnurren der Katzen

Wer kennt es nicht, das langgezogene "ooooooooaaaaaaaa" beim Gähnen und Strecken. Dieser Stimmeinsatz kommt ganz intuitiv und verleiht der gähnenden Vorbereitung auf die Aktivitäten des Tages deutlich mehr Intensität als sie ohne Stimme haben könnte. Noch unter der Bettdecke ausgeführt, hilft es, zügig hoch zu kommen.
Eine interessante Erfahrung ist es, nach einem solchen, intuitiven Gähnen das zugehörige Tönen zu wiederholen, aber ohne die Mund- und Körperdehnungen. Die Wiederholung muss nicht sorgfältig präzise sein, sie kann eher recht frei ausfallen. Dabei beobachtet man, ob und wo man den Stimmschall im Körper fühlt und wiederholt dies nach Belieben.

Schnurrende Katzen fühlen sich oft so richtig wohl. Wenn man das Glück hat, so eine Schnurrkatze auf seinem Schoß zu haben, fühlt man das sanfte Vibrieren mit und nimmt leicht die gelassene, wohlige Stimmung auf. Dieses Schnurren erzeugt die Katze in ihrem Kehlkopf, ebenso wie auch ihre Stimme beim Miauuu. Allerdings wird im Gegensatz zur Stimme die Schwingung der Stimmlippen beim Schnurren nicht durch den Luftstrom des Atems angeregt, sondern direkt muskulär. So kann das Schnurren ununterbrochen fortgehen, unabhängig vom Atmen des Tieres. Über diese Schnurrfähigkeit verfügen Menschen leider (?) nicht.

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